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Alle
Pilze haben eines gemeinsam: Sie produzieren eine Unmenge von Sporen,
die bisweilen eine Zahl von einigen Billionen erreicht. Um so viele
Sporen unterzubringen, braucht es viel Platz. Den erzeugen die
Fruchtkörper, indem sie Strukturen bilden, die die zur Verfügung
stehende Oberfläche um ein Vielfaches vergrößern. Solche Strukturen
können z. B. die Lamellen eines Blätterpilzes sein. Die gesamte
Oberfläche der Lamellen ist dabei mit der die Sporen tragenden
Fruchtschicht, Hymenium genannt, bedeckt. Auch die Gruben in den Hüten
der Morcheln dienen dem Zweck, die Hutoberfläche zu vergrößern und
das Hymenium zu tragen.
Hier
gibt es nun aber einen entscheidenden Unterschied. Bei der einen Klasse
der Höheren Pilze besteht das Hymenium aus unzähligen mikroskopisch
kleinen Stielchen, auf denen die Sporen sitzen. Meist sind es vier
Sporen, die auf einem dieser Stielchen sitzen. Diese Stielchen werden in
der Pilzkunde "Basidien", zu deutsch "Ständer"
genannt. Deshalb nennt man diese Klasse "Basidiomycetes" bzw.
"Ständerpilze". Alle Blätter- und Röhrenpilze gehören
dieser Klasse an.
Bei
der zweiten Klasse besteht das Hymenium aus ebenfalls mikroskopisch
kleinen Säckchen, in deren Innerem die Sporen heranwachsen. Man nennt
diese Säckchen "Asci" bzw. "Schläuche". Somit
heißt diese Klasse, zu der die Morcheln und Becherlinge gehören,
"Ascomycetes", bzw. auf deutsch "Schlauchpilze". |