|
APV-Exkursion
am 19. November 2005
Herbstexkursion
in den Rengener Wald.
Die
kleinen Vorschaubildchen können durch Anklicken vergrößert betrachtet werden.
Um danach auf diese Seite zurück zu gelangen, drücken Sie bitte die
Zurück-Schaltfläche ihres Internet-Programms. Alle Fotos (c) PilzTom
Im
Rengener Wald

Diesmal
fanden wir schon mehr als noch im Oktober während Heinz Eberts Pilzseminar:
|
Bild
|
Name
Deutsch
|
Name
Lateinisch
|
Bemerkungen
|
|
1
|
Ein
Risspilz
|
Inocybe cf. napipes
|
eine Risspilz-Art, die aus Zeitgründen nicht näher untersucht wurde. Sie fruktifizierte massenhaft auf dem Boden einer Fichtenkultur. Risspilze sind fast ausschließlich mit dem Mikroskop zu bestimmen. Die Gattung hat über 100 Arten, von denen nur eine einzige als ungiftig gilt. |
|
2
|
Bleiweißer Trichterling
|
Clitocybe phyllophila
|
Es gibt mehrere solch kleinwüchsige weiße Trichterlingsarten, die nicht einfach zu bestimmen sind. Diese Arten gelten alle als giftig. |
|
3
|
Moos-Häubling
|
Galerina hypnorum
|
Eine der kleinsten Häublings-Arten, die schon aufgrund ihrer Winzigkeit für Speisezwecke nicht in Frage kommt. Typisch für diese Art ist das Vorkommen in Moospolstern und der Geschmack nach Brotteig. Bei den Häublingen sind einige Arten bekannt geworden, welche die gleichen Pilzgifte wie der grüne Knollenblätterpilz (Amanitine, Phalloidine) enthalten, siehe auch Bild Nr. 10. |
|
4
|
Stockschwämmchen
|
Pholiota (Kuehneromyces) mutabilis
|
Einer der besten Speisepilze, der aber etwas in Verruf geraten ist wegen der Verwechslungsmöglichkeit mit dem Gifthäubling. Wir fanden bei dieser Exkursion beide Arten und bilden sie auf Nr.10 nebeneinander ab.
|
|
5
|
Gras-Tintling
|
Coprinus cf. friesii
|
Auch diese Benennung ist nicht gesichert, da wir nur diesen einzigen Fruchtkörper hatten. Die Tintlinge gehören zu den Gattungen, die schwer zu bestimmen sind, weil man fast immer junge und alte Fruchtkörper braucht, die Jungen zur Feststellung makroskopischer Merkmale und die alten (reifen) zur Untersuchung mikroskopischer. Beim Fund eines Einzelfruchtkörpers gilt bei solchen Gattungen (auch Risspilze, Schleierlinge, Schlauchpilze, Bauchpilze und weitere) die alte Weisheit: Ein Pilz ist kein Pilz! Daher ist der hier gewählte Namen für die gefundene Art - genau wie bei dem Risspilz in Nr.1 - nur eine Vermutung. |
|
6
|
Winter-Porling
|
Polyporus brumalis
|
Sehr ähnlich ist der Maiporling (P. ciliatus), der jedoch viel kleinere Porenmündungen hat. Es heißt, beim Winter-Porling könne man in die Porenlöcher hineinsehen, wogegen die Poren des Maiporlinges so eng sind, dass man sie kaum erkennen kann. Beide kommen wegen ihrer zähen Konsistenz als Speisepilze nicht in Frage. |
|
7
|
Zunderschwamm
|
Fomes fomentarius
|
Ein häufiger Pilz, der von Forstleuten auch "Totschwamm" genannt wird, denn ein Baum mit Fruchtkörpern des Zunderschwammes ist tot oder kurz vor dem Absterben. Der Zunderschwamm hatte früher eine wirtschaftliche Bedeutung, weil aus ihm nicht nur Zunder, sondern auch Kleidungsstücke hergestellt wurden. Heinz besitzt einen Zunderhut, der in der Tschechoslowakei hergestellt worden ist. Mehrere - inzwischen ausgestorbene Berufe - hingen mit diesem Pilz zusammen, z. B. Zundersammler und Schwammklöpper. Die Gletscherleiche "Ötzi" trug auch ein Stück Zundereschwamm am Körper, vermutlich zum Feuermachen. |
|
8
|
Grauer Wulstling
|
Amanita spissa
|
Ungiftig, aber ungenießbar und leicht zu verwechseln mit dem giftigen Panterpilz und dem essbaren Perlpilz. Irgendwann wird es uns gelingen, alle drei Arten auf einem Bild zu zeigen. |

###
### ###:
|
Bild
|
Name
Deutsch
|
Name
Lateinisch
|
Bemerkungen
|
|
9
|
Weiße Form des Gelben Knollenblätterpilzes
|
Amanita citrina
f. alba
|
Kein Speisepilz und deutlich erkennbar am Geruch nach Kartoffelkeimen, genau wie die typische gelbgrüne Form. Noch vor 100 Jahren wurden diese kaum giftige Art (sie enthält etwas Bufotenin, also Krötengift) verwechselt mit den tödlich giftigen Knollenblätterpilz-Arten. In Büchern aus jener Zeit sind Bilder enthalten, die Merkmale von beiden Arten enthalten. Aus diesen Gründen wurden bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts Diskussionen in Fachzeitschriften geführt über Giftigkeit, Essbarkeit und Ungenießbarkeit der Knollenblätterpilze. Heute wissen wir, dass es zwei essbare Arten gibt, nämlich den bei uns seltenen Kaiserling (A. caesarea) und den Perlpilz (A. rubescens), welcher an seinem rötenden Fleisch leicht zu erkennen ist. Alle anderen Wulstlinge (anderer Name für Knollenblätterpilze) sind ungenießbar oder giftig. |
|
10
|
Stockschwämmchen
und Gifthäubling
|
Pholiota mutabilis
und Galerina marginata
|
Die beiden Arten sind sich "von oben" sehr ähnlich und daher verwechselbar. Fatal wäre dabei, dass eine Verwechslung des essbaren und wohlschmeckenden Stockschwämmchens mit dem Gifthäubling zu schweren Vergiftungen führen würde. Dazu kommt die Tatsache, dass der Gifthäubling (der früher fälschlicherweise auch Nadelholzhäubling genannt wurde) überall in Ausbreitung begriffen ist. Hier hilft nur die genaue Kenntnis beider Arten. Hauptunterschiede befinden sich am Stiel: beim Stockschwämmchen geschuppt mit häutiger Manschette und hellem Stielfleisch, beim Gifthäubling silbrig befasert mit wolligem Ring und dunklem Stielfleisch. Andre Merkmale (büscheliges gegen geselliges Wachstum, Hutriefung, Vorkommen auf Laubholz oder Nadelholz, Gerüche) sind absolut unzuverlässig und daher zu vernachlässigen. |
|
11
|
Lacktrichterlinge
|
Laccaria
|
Hier zwei häufige Arten, nämlich die rötliche L. laccata und die bläuliche L. amethystea. In einigen Büchern werden die Lacktrichterlinge als Speisepilze bezeichnet, obwohl sie keinerlei bemerkenswerten Eigengeschmack aufweisen. Untersuchungen nach dem Supergau von Tschernobyl haben erwiesen, dass Lacktrichterlinge gewisse Schwermetalle, auch Caesium, in erhöhtem Maße speichern. Wir empfehlen daher, die Lacktrichterlinge nicht zu essen, sondern bei den 40
Speisepilzarten zu bleiben, die Heinz Ebert schon vor Jahren vorgeschlagen hat. |
|
12
|
Gallertbecher
|
Coryne sp
|
eine unreife Ascocoryne-Art, vermutlich Ascocoryne sarcoides, der fleischrötliche Gallertbecher. Eine weitere Ascocoryne-Art, A. cylichnium, ist nur mikroskopisch anhand der Sporengröße zu unterscheiden. Keine Speisepilze.
|
|
13
|
Geselliger Schwefelkopf
|
Hypholoma marginatum
|
Eine Art, die an ihrem deutlich genatterten Stiel, dem geselligen (=nicht büscheligen) Wachstum leicht von ihren Gattungsgenossen zu unterscheiden ist. Ungenießbar. |
|
14
|
Runzelige Koralle
|
Clavulina rugosa
|
Eine häufige und relativ leicht anzusprechende Art. Im allgemeinen sind Keulen- und Korallenpilze eher schwierig zu bestimmende Arten. Auch die Seltenheit der stattlicheren Korallen verbietet den Gebrauch zu Speisezwecken. Einige Arten sind giftig. |
|
15
|
Lärchenschneckling
|
Hygrophorus lucorum
|
Eine ursprünglich alpine Art, die ihrem alpinen, also hochgebirglichen Mykorrhiza-Partner, der Lärche (Larix) in die niederen Gebiete gefolgt ist, es handelt sich also um einen Einwanderer. Es sind uns mehrere Standorte in der Eifel bekannt, wo die Lärche angepflanzt worden ist. Kein Speisepilz. |
|
16
|
Lärchenschneckling
|
Hygrophorus lucorum
|
siehe
oben. |
|